crazy|karo’s Blog


Indiana Jones und der… billige Plastikschädel
24. Mai, 2008, 16:59
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Nach langer Zeit habe ich endlich mal wieder einen Film am Tag seines Erscheinens gesehen: Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull am 22. Mai. Viel wurde diskutiert, viel gelesen, viel gelobt, viel kritisiert. Nichtsdestotrotz war die Vorfreude natürlich groß bei kleinen und großen Indy-Fans. Und da ich ganz unverblümt meine Eindrücke schildern möchte, kommt jetzt der:

+++ SPOILER ALARM +++ ACHTUNG +++ SPOILER ALARM +++ ACHTUNG +++

Meine Meinung zum Film bleibt geteilt. Es waren Szenen darin, die wundervoll Indy-mäßig und komisch sind und glitzernd den Schein ‘alter Zeiten’ widerspiegeln. Die Szene im Treibsand, als Sidekick Shia LaBeouf aka Mutt Indy mit einer Schlange versucht aus dem versinkenden Grund zu ziehen, ist einfach traumhaft komisch. Don’t call it a snake, call it a rope! Apropos Sidekick: Shia LaBeouf macht sich ganz wunderbar, auch wenn er so auf den ersten Blick gar nicht ins Indiana-Jones-Universum passt. Die Zankereien zwischen Papa Indy, Mama Marion und Sohn Mutt passen ebenfalls wundervoll dazu, und Cate Blanchett als fiese Russen-Bitch im Kampf gegen kommunistische Kollektivameisen ist sowieso eine Augenweide. Die Szene, als Marion den Wagen der Indys in einen Abgrund steuert und zielgenau in einer Art Gummibaum landet, zeigt, wie schön man neue digitale Bildwelten selbst in alte Schinken wie Indiana Jones integrieren kann, ohne den Charme der Reihe zu zerstören.

Was leider nicht immer gelingt. Irgendwie bleibt der Gesamteindruck seltsam hölzern, oder eher, aus Plastik. Wie der seltsam billige Kristallschädel. Also wirklich, war beim Millionenbudget kein Kristallschädel drin, der wenigstens so aussieht wie einer, der auch wirklich auch Kristall ist? Der Schädel sieht aus wie aus einem Kaugummiautomaten. So sehen Kristallschädel aus (ja, die gibts wirklich, auch wenn man bis heute darüber diskutiert ob sie nicht eine Fälschung sind, ganz kurz gesagt):

Sinnbild für diese Filmwelt aus Plastik liefert der Film praktischerweise gleich selbst mit. Als Indy in dieser komplett künstlichen Plastkstadt mit künstlichen Plastikmenschen für einen Atombombentest umherirrt, drückt das genau das Gefühl aus, wie man sich im Kino manchmal vorkommt. Bevor sich Indy in den berüchtigten Kühlschrank verzieht wohlgemerkt - auch nicht gerade eine drehbuchschreiberliche Glanzleistung, wie sie einem echten Indiana Jones wert gewesen wäre.

Auch darüber hinaus bleiben viele Elemente des Films seltsam platt. Die Rätsel sind lahm, selbst das Gold und die Schätze in der ‘Stadt aus Gold’ wirken matt, unpoliert, unecht. Dreifachagent Mac ist so ein Paradebeispiel: Er ist wie ein Hund, den Indy hinter sich herzieht, weil er nicht weiß wohin damit. Die Figur bleibt so platt, dass man sich irgendwann wünscht, den Charakter würde früher das zeitliche segnen, aber anscheinend war er narrativ noch irgendwie vonnöten, um die Russen auf die richtige Fährte zu locken. Na und dann… Plastikaliens, oh, entschuldigung, interdimensionale Wesen? Irgendwie - passt das einfach nicht. Nicht zu Indiana Jones. Oder zumindest nicht in der Weise, wie es in diesem Film gemacht wurde. Irgendwie hat man das Gefühl, den Drehbuchschreibern wäre nichts mehr vernünftiges eingefallen, also wurde die Generalkeule ‘Außerirdische’ bemüht. Es lässt einen aber irgendwie unbefriedigt zurück, da Interdimensionalität und Archäologie à la Indiana Jones eben nur bedingt zusammenpassen.

Und dabei waren die alternden Professoren so ein tolles Thema, genauso wie die Thematik des kommunistischen Russlands versus kapitalistisches Amerika. Es hätte nur irgendwie besser umgesetzt werden können. We are now at that age, where more things are taken away from than given to us. Das erfährt auch Indy in seinem vierten Abenteuer auf eine schmerzhafte Art und Weise.

Trotzdem ist es immer noch tolles Popcorn-Kino, und schließlich sollte ja allein Indiana Jones aka Harrison Ford noch einmal in seiner Paraderolle für hartgesottene Indy-Fans als Legitimation reichen. Denn: For an old guy, you ain’t bad in a fight.



Der mysteriöse Todesfall einer Spinne
9. Mai, 2008, 17:57
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Heute ging es den Wespen auf dem Balkon an den Kragen, aber das nur so nebenbei. Denn was ich eigentlich erzählen will, fiel mir heute im Badezimmer ein, beim Anblick einer ganz widerwärtigen (lebendigen) Spinne auf dem Boden meiner Dusche. Als ich nämlich noch in Köln gewohnt habe, fand ich dort eines Tages ebenfalls eine (tote) Spinne in meiner Dusche. Allerdings war diese Spinne nicht auf irgendeine gewöhnliche Weise gestorben: Ich bin zwar kein Forensiker, aber diese Spinne war eindeutig von irgendetwas erschlagen worden. Nun gab es dafür aber nur eine (sehr absurde) Erklärung, wie sich der Tod der Spinne ereignet haben konnte. Zu der Zeit hatte ich meinen Nassrasierer an der Wand der Dusche hängen, dessen Halterung mit einem Plastiksaugnapf an den Fliesen festgemacht war. Und der lag ebenfalls auf dem Boden der Dusche - er war also heruntergefallen, die Art von Halterung löst sich schließlich ab und an mal.

Die Schlussfolgerung: Der Nassrasierer hat sich also just in dem Moment von der Wand gelöst, als die Spinne gerade in der Dusche auf ihren widerlichen acht Beinen herumstolziert ist. Und dann ist der Rasierer auch noch genau so auf dem Boden der Dusche aufgekommen, dass er dabei die Spinne erschlagen hat.

Was für ein unfassbares Pech muss man bitte als so eine Spinne haben, um von einem herabstürzenden Nassrasierer erschlagen zu werden? Das erinnert mich jetzt gerade an den Eintrag vor ein paar Tagen, der von der TV Serie So gut wie tot - Dead like me handelte, in der die Hauptdarstellerin “von einem vom Himmel fallenden, nicht verglühten Toilettensitz der Raumstation MIR erschlagen” wird. Ist ja so ungefähr vergleichbar, würde ich mal behaupten. Zumindest stelle ich mir beides höchst unangenehm vor.



TV-Dada
5. Mai, 2008, 17:04
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Unglaublich was sich so alles im Fernsehen tummelt. Etwas ganz besonderes will ich euch nicht weiter vorenthalten. Geneigte Leser der Zeitschrift GEE haben vielleicht schon die etwas morbide Werbeanzeige für eine Serie auf dem NBC-Spartensender Sci-Fi bemerkt:

Spätestens seit Six Feet Under und dem zugehörigen Motto “Gestorben wird immer” scheint sich das Tabuthema ja längst zu einer höchst ambivalenten Modeerscheinung gemausert zu haben, und der Totenkopf hat sowieso seit Pirates of the Caribbean wieder Hochkonjunktur. Die neue Serie auf Sci-Fi nennt sich nun So gut wie tot - Dead like me, und das für sich allein wäre ja noch gar nicht so außergewöhnlich - allerdings hat mich allein der erste Satz der Beschreibung der Serie auf der Webseite von Sci-Fi schier umgehauen:

Die 18-jährige Georgia “George” Lass wird von einem vom Himmel fallenden, nicht verglühten Toilettensitz der Raumstation MIR erschlagen.

Hmm. Also ich bin jetzt ja nicht gerade ein fantasieloser Mensch. Aber DARAUF wäre ich glaube ich wirklich nicht gekommen. Von einem nicht verglühten Toilettensitz der MIR?? Waren die Drehbuchschreiber unter Drogen oder die NBC-Leute, die die Serie gekauft haben? Oder eher beide Fraktionen? Unglaublich. Ganz schön auch noch folgender Satz:

Rube verteilt jeden Morgen Post-Its an seine Teammitglieder, die er von Gott persönlich in einem Umschlag erhalten hat.

Da fällt mir wirklich kein Kommentar mehr ein. Und irgendwie… hmmm… bin ich jetzt neugierig auf die Serie geworden…



Intermission
2. Mai, 2008, 8:45
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Intermission ist nicht nur ein ganz toller FIlm in und um Dublin, sondern auch das, was meine kleine Blogwelt morgen haben wird: Sendepause. Ich werde heute ins schöne Kalletal fahren, auf den (nomen-est-omen?) Hellberg. Und mich dort mit meiner World of Warcraft-Gilde treffen, zelten, und grillen - neben einem wunderschönen, schiefen Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert (grob geschätzt). Nachdem ich mich nun offiziell als Nerd geoutet habe, wünsche ich der verehrten Leserschaft ein schönes und sonniges Wochenende, am Sonntag gibt es eine Gildentreffen-Rezension mit Fotos. Außer das Bauernhaus hat W-LAN, dann hacke ich mich mit meinem Schlepptop ein und berichte noch on location. So long and thanks for all the fish, habe die Ehre, cu sunday!



Alter Schwede…
20. April, 2008, 14:06
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Auch wenn Michel Gondrys Film “Be Kind Rewind” (dt. “Abgedreht”) aus der Idee des “schwedens” nicht alles rausholt was gegangen wäre, beschert er der internetangebundenen Welt doch zumindest eine Riesenfülle an geschwedeten Filmen auf YouTube. Allein dieses in einem komplett neuen Zusammenhang gebrachte Kunstwort ist schon eine solche Bereicherung für das englische/deutsche Vokabular, dass sich allein dafür der Film schon gelohnt hat. Die fünf Minuten Ruhm für jeden sind zwar schon lange nicht mehr neu, aber das Schweden gibt YouTube und allen Amateurfilmemachern dieser Welt ein neues Genre. Ein paar besonders schöne und vor allem trashige Exemplare sind hier gesammelt, während es dort noch ein paar schon etwas professioneller gemachte, aber auch weniger komische Vertreter ihrer neu geborenen Spezies gibt.

Da fällt mir ein, wir bei GIGA waren mal wieder unserer Zeit weit voraus. Wir haben schließlich schon vor Jahren (es muss wohl 2004 gewesen sein) die TV-Serie A-Team “geschwedet” - oder so ähnlich:

Ich lauf sogar einmal durchs Bild. Und ein paar mal habe ich die Kamera gehalten und gefilmt. Ich hab auch noch irgendwo die Requisitenliste und ein grobes Konzept rumliegen. Hach, das waren noch Zeiten. Hihi.



Ein wahrer Alptraum
19. April, 2008, 11:40
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Willkommen zur neuen Kategorie “Dinge-die-nur-Leuten-im-Film-passieren-oder-mir”. Heute: Die Personifikation einer der schlimmsten Alpträume im realen Leben und Quelle einiger guter Lacher in diversen Filmen. Da setze ich mich um 10 Uhr morgens zur ersten Vorlesung auf meinen Allerwertesten - RATSCH - da sprengt derselbige die Hose. Nicht hinten die Naht, nein, direkt über der Pobacke. Kein kleiner Riss, sondern durchaus mal so 20 Zentimeter. Nun besteht a) die Möglichkeit, dass mein Hintern mich darauf aufmerksam machen wollte, auch wirklich nicht den Termin für den Unisport zu vergessen, da er sich in der Hose etwas eingeengt fühlt. Möglichkeit b) wäre einfach, dass ich eine Hose von minderwertiger Qualität mein eigen nenne, das Problem also nicht mein Allerwertester ist, sondern die Beinkleider. Dafür spricht, dass mir exakt dasselbe schonmal mit derselben Hose passiert ist, aber noch nie mit einer anderen Hose. Zum ersten Mal war das bei meiner ehemaligen Arbeit GIGA, ebenfalls um 10 Uhr morgens. Und auch da musste ich den ganzen Tag mit dem Pullover um den Hintern rumlaufen. Und frieren, weil man den Pullover ja nicht mehr anziehen kann.

Aber zum Unisport habe ich mich mal sicherheitshalber angemeldet.