Gespeichert unter: Rumreisen | Schlagworte: Universität, Heidelberg, Schloss, Japaner, Touristen, Amerikaner, Deutschland, deutsch, Kultur, Burg
Seltsamerweise steht an Platz Zwei aller amerikanisch-japanischer Touristenträume in Bezug auf Deutschland die kurpfälzische Residenzstadt am Neckar, Heidelberg. Hinter Neuschwanstein, versteht sich. Aber wieso ausgerechnet Heidelberg, fragt man sich so, wenn man selber aus Deutschland kommt. Vielleicht weiß man noch, dass es die älteste Universitätsstadt Deutschlands ist, aber dann weiß man auch schon relativ viel über Heidelberg.
Das Fazit nun nach einem Zwei-Tages-Trip von meiner Seite: Heidelberg ist zwar schön, aber wieso es auf Platz Zwei der Must-See-Liste aller amerikanischen und asiatischen Touristen ist, weiß ich immer noch nicht. Klar, die Burg ist toll und so schön verfallen, aber es gibt sich sicher noch schönere Schlösser hinter Neuschwanstein, aber vor Heidelberg. Ich habe im Wirtshaus/Brauerei Palmbräu das leckerste Bauernbrot mit Griebenschmalz verzehren dürfen, das jemals auf dieser Erde weilte, und die größte und höchste Bambusansammlung in einem Berghanggarten gesehen (die Dinger waren haushoch!). Die Altstadt ist toll und hat viele kleine, schnuckelige Studentenläden sowie Deutschlands größten Absinth-Laden, aber das kann ja auch nicht der Grund sein für die Unsummen an Touristen dort.
Was für mich dann die Frage aufwirft, ob Heidelberg nicht vor allem eines ist: Nämlich das, was sich Japaner und Amerikaner eben unter besonders deutsch vorstellen. Die halbverfallene Ruine scheint einfach genau das zu treffen, was Touristen von Deutschland sehen wollen, und lassen sich auch davon nicht abschrecken, dass in diversen amerikanischen Reiseführern Heidelberg schon als “Lowlight” gehandelt wird, weil es so überlaufen ist. Egal, denn anscheinend gilt immer noch: Hat man Neuschwanstein und Heidelberg nicht gesehen, war man praktisch gar nicht wirklich in Deutschland. Oder hat zumindest keine deutsche Kultur gesehen.
Es war jedenfalls höchst interessant zu sehen wie Heidelberg als ein Urabbild von und für Deutschland an sich konstruiert wird - aber Heidelberg hatte natürlich auch ein paar richtig schöne, kleine, versteckte, ruhige Ecken und Momente. Mein Tip: Palmbräuhaus, Philosophenweg, Schlangenweg, Bergbahn nach oben nehmen und runterlaufen (zumindest von der Mittelstation, über den Friesenweg). Und hier noch ein paar visuelle Impressionen:









