crazy|karo’s Blog


Gestatten, Salame P. Rucola
29. Mai, 2008, 16:36
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Gerade stieß ich in einem Wissenstest zur “Psychologie des Alltags” auf den Umstand, dass der erfolgreichste Spruch beim Speed-Daten dieser hier wäre: Angenommen, Sie wären ein Pizza-Belag, was wären Sie gern?

Diese Frage finde ich durchaus spannend und tiefgründig genug, einmal in mich zu gehen. Ja, was wäre ich denn gerne auf einer Pizza? Spontan fiele mir als erstes eine hauchdünne, knusprig gebackene italienische Salami ein (zum Beispiel Salame Milano). Als zweites, ein Rucola-Blatt. Als drittes, eine hauchdünne Scheibe frischer Parmesan.

Allerdings weiß ich jetzt nicht, ob das irgendetwas über mich als Person aussagt oder nur über meine Pizzabelagvorlieben. Was mich bei dem Test noch empört hat, war übrigens der Umstand, dass 71% der Frauen lachen, wenn ein Mann einen Witz macht, aber nur 39% der Männer lachen, wenn eine Frau einen Witz macht. da ich nicht glaube, dass Frauen die schlechteren Witze erzählen (ganz im Gegenteil), wirft das für mich die Frage auf, ob Frauen vielleicht einfach höflicher sind und auch bei einem schlechten Witz lachen, um den Gegenüber nicht zu verletzen. Und ob Männer im Beisein von anderen Männern weniger über Witze einer Frau lachen, weil sie Angst haben, als schwach zu gelten, wenn sie über den Witz einer Frau lachen. Ich würde also auch gern wissen, in welchen Umständen die Studie das Ergebnis ermittelt hat. Das wäre sicher hochinteressant!



Das Kreuz mit den Kreuzworträtseln
26. Mai, 2008, 19:45
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Habt ihr schon jemals ernsthaft das Kreuzworträtsel aus dem SZ Magazin versucht zu lösen? Wenn ja, hoffe ich, ihr könnt mir nachfühlen. Wenn nein, hier könnt ihrs ausprobieren, jede Woche neu.

Das ist wirklich schweineschwer! Ich zweifle langsam an meinem Verstand, dass ich in einer kompletten Woche gerade mal drei bis fünfeinhalb Begriffe rausfinde, im Durchschnitt. Ich habe zwei Tage für “25 Quartett gesucht weil Dreierblatt zu gewöhnlich” gebraucht, und nun überlege ich seit zwei weiteren Tagen was “18 Damit sich Bienenbabys Wiege nicht in warmer Luft auflöst” sein könnte. Auf “Wachs” für “Bienenbabys Wiege” bin ich auch schon gekommen, aber dass es sich nicht in warmer Luft auflöst und dazu sieben Buchstaben hat (dritter Buchstabe E, vorletzter ein I) - den Sprung schafft mein gemartertes Hirn dann nicht.

Dazu kommen manche Inkonsistenzen in der Fragestellung. Siehe “25 Nennt die Füße, die unreife Frauen fürchten”. “Kraehen” wäre jetzt meiner Meinung nach logisch, aber nein, es ist “Kraehe”. Dann müsste aber die Fragestellung eher “HAT die Füße, die unreife Frauen fürchten” heißen.

Naja, dafür preise ich den Autor für die Ersetzung der Kategorien “waagrecht” und “senkrecht” durch “runter” und “rüber” im Kreuzworträtsel-Diskurs, was die Sache doch zumindest ein klitzekleines bisschen vereinfacht.

Wirklich, die Rätsel sind zum haareraufen. Indiana Jones IV-Drehbuchschreiber könnten sich in Sachen Rätsel eine Scheibe davon abschneiden.



Für Frauen und Frauenversteher
15. Mai, 2008, 15:20
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So, die meisten Männer können jetzt woanders hinlesen, -surfen, -gucken. Heute gibt es etwas für die Frauen und Frauenversteher sowie diejenigen die es werden wollen.

Ich habe beim Im-Netz-Stöbern gerade das “Museum of Menstruation and Women’s Health” entdeckt, oder kurz MUM. Es gibt eine eigene Seite für unterschiedliche Ausdrücke für “Menstruation” in allen möglichen Sprachen und Ländern, von Amerika bis Zambia. Besonders kreativ erscheinen mir die Australier (”riding the cotton pony” ist da mein Favorit, oder auch “CSI: Uterus”), während die Japaner aufgrund ihrer höflichen Umgangsformen erwartungsgemäß ebenfalls mit sehr poetischen Begriffen aufwarten ( ‘getsuji’ oder ‘tsuki no mono’ - ‘moon thing’, ‘ichigo-chan’ - ‘Little Miss Strawberry’, ‘hi no maru’ - ‘rising sun’ von der japanischen Flagge, der rote Kreis auf weißem Grund oder auch ganz lapidar ‘ketchappu’ - ‘ketchup’, ‘tomato’). Die Begriffe die bisher für Deutschland eingesandt wurden sind dagegen recht dürftig. Da fehlt auf jeden Fall noch meine Favorit “Erdbeerwoche”, dafür hat mich die Lektüre um dem Begriff der “Waldbeerfrau” bereichert.

Es sind soviele witzige Ausdrücke dass ich nur eine kleine Auswahl geben kann - wenn bei euch auch gerade der rote Baron gelandet ist, Tante Rosa zu Besuch oder die rote Königin in der Stadt ist oder euch einfach nur langweilig ist, surft doch mal drauf:

Liverpool are playing at home (wegen der roten Trikots bei Heimspielen)
I sat on a tomato
I’m rebooting the Ovarian Operating System (für die Nerds unter uns)
Mijn dam is gebroken (aus Holland)

ebenfalls auf mum.org
(ebenfalls von mum.org)



Die fünfte Jahreszeit
13. Mai, 2008, 15:34
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Jeder gestandene Franke weiß wahrscheinlich, dass wir uns gerade in der fünften Jahreszeit befinden: Die Bergkirchweih in Erlangen. Heute wollen wir uns denjenigen armen Menschen widmen, die die fünfte Jahreszeit noch nicht erleben durften beziehungsweise gar nichts von ihrer Existenz wissen, und erklären, was der “Berch” denn überhaupt ist.

Die Bergkirchweih ist Deutschlands ältestes und (nach den Besucherzahlen) drittgrößtes Bierfest: Im Jahre 2005 feierte das Spektakel sein 250jähriges Bestehen. Stattfinden tut es jeweils an Pfingsten (Nomen-est-Omen) an einem Berghang im kleinen Städtchen Erlangen bei Nürnberg. Der Hang des Burgbergs ist etwa einen Kilometer lang und bietet 11.000 Sitzplätze an fest installierten Holztischen, meist wird aber sowieso auf den Bänken getanzt und nicht gesessen. An den zwölf Tagen des “Berchs” (fränkisch für “Berg”) kommen etwa eine Million Besucher, was etwa zehnmal so viel ist wie Erlangen sonst an Einwohnern hat. Besondere Attraktionen sind die Bierkeller, die sich als Stollen bis zu 860 Meter in und durch den Berg hindurchziehen. Aufgrund ihrer konstant kühlen Temperatur waren sie optimal zum Reifen und Lagern von Bier geeignet und wurden schon im 17. Jahrhundert dafür genutzt (zumindest wurde im Jahre 1690 mit dem Bau des jetzigen Henninger-Kellers begonnen, man schätzt den Bau der ersten Keller auf 1675).

An den Universitäten Erlangen-Nürnberg gab es bis zum Jahre 1998 exklusiv die einwöchigen Bergferien, da mit betrunkenen Studenten und Dozenten naturgemäß kein geregelter Universitätsbetrieb möglich war. Die wurden allerdings 1999 abgeschafft, übrig blieb nur der (vorlesungsfreie) Dienstag nach Pfingsten, was von den Studenten mit Kommentaren wie “Ein Verlust von Kulturgut zu Gunsten einer nicht gerade erfolgversprechenden Hochschulpolitik” quittiert wurde. Ob der Universitätsbetrieb nun geregelter abläuft bleibt sowieso fraglich.

Ich hoffe, ich konnte etwas Licht in die dunklen Gehirnwindungen der Nichtwissenden bringen. All diese und noch mehr Informationen unter www.der-berg-ruft.de.



Riechen oder stinken? Eine Hassliebe

Knoblauch, Knoblauch
Ist unsere Leidenschaft.
Knoblauch, Knoblauch
Gibt Leib und Seele Kraft.
Er macht größer was zu klein ist.
Er macht edel was gemein ist.
Und macht härter was erschlafft.
Und macht härter was erschlafft.
(Tanz der Vampire)

Ein Mittel gegen Blutsauger, eine Medizin bei mittelalterlichen Pest- und Choleraepidemien, ein Angriff auf die Nase der alten griechischen Götter, aus des Teufels (linkem) Fußabdruck entsprungen, eine Grabbeigabe für Pharaonen und Streikgrund für Pyramidenarbeiter: Viel wird dem Knofi so nachgesagt, und so vielschichtig die Legenden sind die den Knoblauch umranken, so vielschichtig sind unsere Gefühle ihm gegenüber. Irgendwie mögen wir ihn alle, aber irgendwie verabscheuen wir ihn auch. Nach dem Genuss meines selbstgemachten Zaziki heute konnten wir jedenfalls die Stinkwolken förmlich sehen die wir so produzierten, und die Rosen in der Vase auf dem Tisch haben merklich die zarte Nase gerümpft.

Da ich zum ersten Mal in meinem Leben frischen Knoblauch statt getrocknetem für das Zaziki verwendet habe, muss ich gleich mal meine Erfahrungen und neuen Erkenntnisse teilen. Den frischen Knoblauch verwendet man nämlich wie eine Zwiebel geschält im Ganzen, also die komplette Knolle, und er ist milder im Geschmack, außerdem kommt er aus Asien und es gibt ihn nur an ein paar Wochen im Frühjahr, dann ist die Saison vorbei. Dann habe ich gelernt, dass es noch den sogenannten Elefanten- oder Riesenknoblauch gibt. Dessen einzelne Zehen sind so groß wie in ganzer ‘normaler’ Knoblauchkopf. Und es gibt noch den Chinesischen Knoblauch, der etwas rötlich anmutet von außen, ansonsten unserem Knoblauch ähnelt, aber er besteht von Haus aus nur aus einer einzigen, großen, homogenen ‘Zehe’. Diese ausgefalleneren Varianten ersparen einem auf jedem Fall viel lästiges Geschäle.

Interessant auch die vielen unterschiedlichen Ratschläge, wie man den geliebt-gehassten Knoblauchduft wieder los wird. Da soll zum Beispiel helfen Trinken von Milch, Kauen von frischen Petersilien- oder Kerbelblättchen, Kaffeebohnen, Chlorophyll-Tabletten (erhältlich in Drogerien und Apotheken), Kardamomsamen, Gewürznelken”. Und gegen den Geruch an den Händen vom Schneiden soll entweder Zitronensaft helfen, oder sich mit irgendeinem Edelstahlgegenstand die Hände wie mit Seife zu waschen, oder - selber Effekt - die Hände am Spülbecken zu reiben. Zusätzlich sollte man die Hände schon nassmachen mit kaltem Wasser bevor man anfängt zu schneiden.

Zum Abschluss noch etwas Wissen zum Angeben, wie griechisch denn Zaziki nun wirklich ist:

Die türkische Küche hat auch die griechische und die Balkanküche geprägt. So stammt zum Beispiel der “Zaziki” aus dem türkischen “Cacık” und “Cevapcici” kommt von “Kebap Şişi” (Kebap-Spieß; Spießbraten). Auch der “Joghurt” kommt vom türkischen “Yoğurt”.
(Wikipedia)



Der Satyr und die Elfe
8. Mai, 2008, 14:59
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Das Wetter ist ja nach wie vor traumhaft, aber irgendwie hat mir die Sonne heute mein Gehirn getrocknet. Zumindest herrscht im Moment eine große, kuschelige, warme Leere in meinem Kopf. Deshalb gebe ich jetzt einfach wieder, was mich in meiner Lieblingsvorlesung zur Literatur des 18. Jahrhunderts heute in höchstem Maße amüsiert hat. Es ging um die Etymologie von “Satire”, und in einem kurzen Exkurs zum Gestalt der “Satyrn” wurden letztere folgendermaßen beschrieben:

“(…)die kleinen Männchen die sich hinter Büschen verstecken und die Elfen umhumpeln.”

Genial oder? Und dafür braucht Wikipedia ganze 1696 Wörter auf vier Seiten, dabei geht es doch viel kürzer. Allein in dem Ausdruck “Elfen umhumpeln” ist doch schon fast alles gesagt, was man über einen Satyr wissen muss. Ich liebe diesen Professor.



Wochenendwetter
26. April, 2008, 16:24
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Da unnützes Wissen zum Angeben ganz bestimmt ein evolutionärer Vorteil der natürlichen Auslese ist, hier noch ein besonders schönes Exemplar. Deutsche Forscher haben in der Studie An unexpected pattern of distinct weekly periodicities in climatological variables in Germany einen Zusammenhang zwischen Wochenende und Wetter er.. äh, gefunden. So ist es unter der Woche durchschnittlich am schönsten (Sonnenscheindauer und Höhe der Temperatur), während es am Samstag und Sonntag den meisten Regen gibt. Der schönste Tag der Wetterwoche wäre demnach der Dienstag (Sonnenscheindauer), der wärmste Tag der Mittwoch, und am Montag regnet es am seltensten. Hervorgerufen wird dieser Effekt indirekt durch Emissionen von Autos und Industrie, was zu einem 7-Tage-Rhythmus der Ruß- und Sulfatpartikel in der Luft führt. Beziehungsweise fünf Tage und zwei Tage Pause.

Interessanterweise kritisieren österreichischen Meteorologen die Studie, und sagen, der Untersuchungszeitraum von 15 Jahren wäre zu kurz und die 6,3 Millionen ausgewerteten Messwerte wären zu wenig.

Wie dem auch sei, im Moment ist es eher ja umgekehrt. Samstag und Sonntag die schönsten Tage der Woche, unter der Woche Regen. Ich werde da mal die nächsten Wochenenden drauf achten, was das Wetter so macht am Wochenende.



Projekt Bauerngarten, Update 1

Gerne würde ich euch an dieser Stelle ein Foto der bereits bis zu zwei Zentimeter hohen, überall sprießenden Pflänzchen präsentieren, die sich in den Blumenkästen meines Balkons räkeln. Leider regnet es draußen, und da “bewölkt, vereinzelt Schauer, 10 Grad” auch gerade meiner Stimmung entspricht, die demzufolge nicht gerade sonnig ist, werde ich mich nicht noch physisch in den Regen nach draußen stellen. Der Fotobeweis muss also noch warten. Aber ich kann euch versichern, dass die Bauernwiese erste Sprößlinge vorzuweisen hat, und auch die Kapuzinerkresse keimt, und vermehrt sich sogar unterirdisch (echt unglaublich, da wachsen kleine Kapuzinerkressepflänzchen wo ich gar keine angebaut habe). Außerdem hier ein kleines Stück unnützen Wissens, das bei mir in unproportional großen Mengen vorhanden ist:

“An heißen Sommerabenden soll sich die Kapuzinerkresse manchmal elektrisch entladen, was in der Dunkelheit sichtbar ist.”
(Wikipedia)

Ob das stimmt, werde ich diesen Sommer versuchen herauszufinden. Apropos Quell des unnützen Wissens: Ich wusste heute in der Mensa sogar, welcher Sherpa zusammen mit Sir Edmund Hillary als erstes den Mount Everest bestiegen hat: Tenzing Norgay. Ich habe sogar schon in dem Zimmer in einem kleinen nepalesischen Bergdorf namens Namche Bazar übernachtet, in dem laut der Besitzerin des Guesthouse Sir Edmund Hillary vor seiner Erstbesteigung geschlafen hat. Aber das ist wohl nicht so einfach herauszufinden ob das stimmt wie Kapuzinerkresse zu beobachten.