Gespeichert unter: Wissen zum Angeben | Schlagworte: Berch, Bergkirchweih, Bier, Bierfest, Erlangen, Kirchweih, Studenten, Universität, Volksfest
Jeder gestandene Franke weiß wahrscheinlich, dass wir uns gerade in der fünften Jahreszeit befinden: Die Bergkirchweih in Erlangen. Heute wollen wir uns denjenigen armen Menschen widmen, die die fünfte Jahreszeit noch nicht erleben durften beziehungsweise gar nichts von ihrer Existenz wissen, und erklären, was der “Berch” denn überhaupt ist.
Die Bergkirchweih ist Deutschlands ältestes und (nach den Besucherzahlen) drittgrößtes Bierfest: Im Jahre 2005 feierte das Spektakel sein 250jähriges Bestehen. Stattfinden tut es jeweils an Pfingsten (Nomen-est-Omen) an einem Berghang im kleinen Städtchen Erlangen bei Nürnberg. Der Hang des Burgbergs ist etwa einen Kilometer lang und bietet 11.000 Sitzplätze an fest installierten Holztischen, meist wird aber sowieso auf den Bänken getanzt und nicht gesessen. An den zwölf Tagen des “Berchs” (fränkisch für “Berg”) kommen etwa eine Million Besucher, was etwa zehnmal so viel ist wie Erlangen sonst an Einwohnern hat. Besondere Attraktionen sind die Bierkeller, die sich als Stollen bis zu 860 Meter in und durch den Berg hindurchziehen. Aufgrund ihrer konstant kühlen Temperatur waren sie optimal zum Reifen und Lagern von Bier geeignet und wurden schon im 17. Jahrhundert dafür genutzt (zumindest wurde im Jahre 1690 mit dem Bau des jetzigen Henninger-Kellers begonnen, man schätzt den Bau der ersten Keller auf 1675).
An den Universitäten Erlangen-Nürnberg gab es bis zum Jahre 1998 exklusiv die einwöchigen Bergferien, da mit betrunkenen Studenten und Dozenten naturgemäß kein geregelter Universitätsbetrieb möglich war. Die wurden allerdings 1999 abgeschafft, übrig blieb nur der (vorlesungsfreie) Dienstag nach Pfingsten, was von den Studenten mit Kommentaren wie “Ein Verlust von Kulturgut zu Gunsten einer nicht gerade erfolgversprechenden Hochschulpolitik” quittiert wurde. Ob der Universitätsbetrieb nun geregelter abläuft bleibt sowieso fraglich.
Ich hoffe, ich konnte etwas Licht in die dunklen Gehirnwindungen der Nichtwissenden bringen. All diese und noch mehr Informationen unter www.der-berg-ruft.de.





















